Hämorriden
"Hämorrhoiden sind ein weit verbreitetes Krankheitsbild. Bei Beschwerden solltest du jedenfalls einen Spezialisten aufsuchen!"

Hämorrhoiden ist eine weit verbreitetes Erkrankungsbild des Analkanals, das unterschiedlich starke Beschwerden machen kann. Definitionsgemäß handelt es sich dabei um knotenförmige Erweiterungen der unter der Analschleimhaut liegenden Gefäße (mit Krampfadern vergleichbar). Abhängig vom Vorfall durch den Analkanal (Prolaps) unterscheidet man 4 Schweregrade. An möglichen Beschwerden sind Juckreiz, schleimige Sekretion, Blutabgänge, Brennen und Schmerzen, aber auch Störungen der Stuhlkontinenz erwähnenswert. In jedem Fall sollten solche Veränderungen von einem Spezialisten begutachtet werden, der dann mittels einer Optik den Mastdarm bzw. den Analkanal beurteilen muss (Rektoskopie), um eine bösartige Neubildung (=Karzinom) auszuschliessen.Die primäre Therapie besteht in der lokalen Anwendung entzündungshemmender Salben oder Zäpfchen, Analhygiene und der Stuhlregulierung (möglichst weicher Stuhl). In fortgeschritteneren Stadien (weiterbestehende Beschwerden) kann auch eine operative Sanierung nötig sein. Hierbei werden heutzutage 2 unterschiedliche Verfahren verwendet.
Einerseits die Operation nach Milligan-Morgan, bei der die entsprechenden Knoten weggeschnitten und die zuführenden Gefäße unterbunden werden. Dies ist eine schon lange bewährte Technik, die allerdings doch mit Schmerzen nach der Operation verbunden ist.Deshalb wird in letzter Zeit die Technik nach Longo vermehrt eingesetzt, bei der die Knoten belassen und statt dessen die zuführenden Gefäße tiefer im Analkanal (etwa 4 cm oberhalb des Schliessmuskels) unterbunden werden. Im weiteren Verlauf schrumpfen dann die Hämorrhoiden, sodaß dann keine Knoten mehr vorhanden sind. Der Vorteil dieser Operation ist die völlige Schmerzlosigkeit, da die Schleimhaut im Operationsgebiet keine Schmerzempfindung hat. Allerdings ist nicht bekannt, inwieweit die zur Gefäßunterbindung notwendigen Metallklammern Probleme beim passiven Analverkehr verursachen können. Sollte bei dir eine solche Operation geplant sein, so informiere dich bei deinem behandelnden Arzt über diese Problematik. Solange dazu keine entsprechenden Erfahrungswerte bzw. Studien vorliegen, würden wir Patienten, die passiven Analverkehr haben, von dieser Technik abraten. (by sally)