Die Postexpositionsprophylaxe
"Ungeschützter passiver Analvekehr, das geplatzte Kondom oder auch Nadelstichverletzungen können schwerwiegende Folgen haben! Die Postexpositionsprophylaxe kann dieses Risiko senken!"
Die Postexpositionsprophylaxe, kurz PEP genannt, ist der Versuch das Risiko einer HIV Infektion nach einer Exposition (Kontakt mit virushältigem Material) zu verringern. Ursprünglich nur nach Nadelstich-Verletzungen bei medizinischem Personal eingesetzt, wird die Postexpositionsprophylaxe in bestimmten Fällen (Risikokontakt mit einem HIV Positiven) auch nach einem sexuellen Risiko eingesetzt.
Die Postexpositionsprophylaxe ist im Prinzip nichts anderes als die Einnahme der hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) für 4 Wochen. Die Einnahme sollte so rasch wie möglich längstens 48 Stunden nach dem Risiko erfolgen. Eine Möglichkeit ist es, sofort nach dem Zwischenfall die Medikamente des positiven Partners einzunehmen und unverzüglich eine HIV-Ambulanz zu kontaktieren. Dort kann dann nach Erfordernissen (eventuell bestehende Resistenzen) die Therapie modifiziert werden.
Neben der Einnahme der Medikamente stellt auch die Reinigung der betroffenen Körperstelle (Mund, äussere Geschlechtsteile, Auge) mit Wasser oder einem schleimhautverträglichem Desinfektionsmittel (z.B. Betaisodona-Lösung) eine entscheidende Präventionsmassnahme dar. Bei Körperhöhlen (Vagina, Mastdarm) sollte man von Spülungen Abstand nehmen, da sie die infektiöse Flüssigkeit nur noch höher in den Körper spülen würden. Die Postexpositionsprophylaxe ist ein Versuch das HIV-Infektionsrisiko zu senken, kann sie aber nicht sicher verhindern und stellt daher keine Alternative zu Safer-Sex dar!
Ansprechpartner für PEP:
Wien, Niederösterreich, Nordburgenland:
AKH-Wien
Abteilung für Immundermatologie
und infektiöse Hautkrankheiten
Süd B, A-1090 Wien, Lazarettgasse 14
Tel: 01/ 40 400/ 4240
SMZ-Otto Wagner Spital
(ehemals pulmologisches Zentrum Baumgartner Höhe)
2. Interne Abteilung, A-1140 Wien, Sanatoriumstrasse 2
Tel: 01/ 91 060/ 42710
Oberösterreich:
AKH-Linz, Abteilung für Dermatologie,
A-4020 Linz, Krankenhausstrasse 9.
Tel: 0732/ 7506/ 3740
Salzburg:
LKH-Salzburg, Dermatologische Abteilung
A-5020 Salzburg, Müllner Hauptstrasse 48
Tel: 0662/ 4482/ 3023
Steiermark, Südburgenland:
LKH-Graz West
(ehemals LKH-Graz, IV. medizinische Abteilung)
A-8021 Graz, Göstingerstrasse 22
Tel: 0316/5466/ 4386 (Ambulanz) + 4341 (Station)
Kärnten:
LKH-Klagenfurt, 1. medizinische Abteilung
A-9026 Klagenfurt, St.Veiterstrasse 47
Tel: 0463/ 538/ 22860
Tirol:
LKH-Innsbruck
Universitätsklinik für Dermatologie, HIV-Ambulanz und Station
A-6020 Innsbruck, Anichstrasse 35
Tel: 0512/ 504/ 4847 (Ambulanz) + 2987 (Station)
Vorarlberg:
LKH-Feldkirch, Interne Abteilung
A-6800 Feldkirch, Carinagasse 47-49
Tel: 05522/ 303/ 3690
Die angegebenen Telefonnummern stehen Ihnen in Notfällen rund um die Uhr zur Verfügung!