passiver Analverkehr

Der passive Analverkehr kann Freude bereiten, beinhaltet aber auch die Gefahr einer Verletzung des Schliessmuskels.


Der Enddarm stellt für einen großen Anteil von Homosexuellen ein Sexualorgan dar. Epidemiologische Studien berichten, daß etwa 80% zumindest 1x in ihrem Leben passiven Analverkehr hatten. Nachdem der Schließmuskel allerdings primär eine andere physiologische Funktion hat, stellt sich die Frage inwiefern durch passiven Analverkehr diese Funktion beeinträchtigt wird oder werden kann. Einflussfaktoren scheinen einerseits die Häufigkeit zu sein, andererseits die Größe bzw. Dicke des lustspendenden Objektes (Penis, Dildo, Hand).

In der Literatur der letzten 20 Jahre (MEDLINE-Search) finden sich nur 2 (!) Arbeiten, die sich mit diesem Thema beschäftigen, obwohl der Analverkehr nicht ein ausschliesslich "schwules" Thema darstellt, sondern auch in heterosexuellen Kreisen durchaus verbreitet ist.1993 wurde in einer Publikation erstmals die Schliessmuskelfunktion [Miles AJ, J R Soc Med] von 40 "passiven" homosexuellen Männer mit der von 18 heterosexuellen Männern verglichen. Dabei zeigte sich ein signifikant niedrigerer Ruhedruck des Schliessmuskels bei "passiven" homosexuellen Männern, woraus geschlossen wurde, daß diese Männer eine erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Inkontinenz haben.1997 befasste sich eine Arbeit mit dem identen Thema [Chun AB, Am J Gastroenterol] und verglich 14 "passive" mit 10 "aktiven" homosexuellen Männern.

Es konnte gezeigt werden, daß der Ruhedruck des Schließmuskels bei Passiven signifikant niedriger ist als bei Aktiven, ebenso der willkürliche Kontraktionsdruck, allerdings war das Ergebnis hier nicht signifikant.Als Kritikpunkt beider Studien ist einerseits sicherlich die geringe Probandenzahl bzw. die Heterogenität der Gruppen erwähnenswert. Andererseits wurde nicht nach angewendeten Sexualpraktiken unterschieden, obwohl anzunehmen ist, daß das Trauma durch fistfucking sicherlich größer ist als das des "normalen" Analverkehrs.

Wissenschaftlich gesehen kann man zusammenfassen, daß diese Problematik NICHT ausreichend beforscht ist . Es wäre daher an der Zeit, diese Fragestellung mittels einer Studie fundiert zu beantworten. Das Hauptproblem scheint allerdings die Rekrutierung von freiwilligen Probanden zu sein. HOMED ist an der Initiierung solch einer Studie interessiert und würde mit der Garantie auf absolute Diskretion die Koordination übernehmen. (by sally)